Arbeitslosigkeit, Qualifikation, usw.
Schaffung von Arbeitsplätzen! Ein Versprechen von
Regierungen, eine Forderung der Oppositionen. Ja aber wie? Mit Konjunkturbelebung
zum Beispiel! Aha und wie geht das!? Unter anderem wird uns
empfohlen, weniger zu sparen und mehr zu kaufen! Damit wird die Produktion angekurbelt
und dies schafft
natürlich Arbeitsplätze. Na Super!
Ob das mit dem
Steigern der Kauflust eine gute Idee ist? Die Zahl von Privatkonkursen (die gab´s früher nicht) steigt
ohnedies schon ständig an und
Schulkinder haben heute mitunter mehr Schulden, als früher eine ganze Familie!
Und das Schuldenmachen wird uns von den Banken ganz "uneigennützig" mehr als
leicht gemacht. Bankomat, Kontoüberziehung, die ach so praktischen
Bankomatkassen, usw. In Österreich soll das legendäre "Sparefroh-Männchen"
von früher gefälligst dort bleiben, wo es vom Alter her gesehen hingehört, im Museum!
Eine weitere Möglichkeit für die Konjunkturbelebung ist das Investieren. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe hätten da einen großen Nachholbedarf! Hallo Geschäftleute, hallo selbständige Handwerker, wollt ihr nicht endlich euren Betrieb auf Vordermann bringen? Die Technik bietet doch heute schon eine Vielzahl modernster Geräte und Maschinen an! Computerkassen z.B., die automatisch euren Lagerstand anzeigen und sogar selbständig Bestellvorschläge auswerfen. Die Frau Navratil und den Mustafa im Lager könntet ihr in Zukunft vergessen und rascher geht es auch! Oder wie wär´s für Tischlereien mit einem Automaten für die Sesselerzeugung? Die unbearbeiteten Bretter kommen vorne rein, werden nachgeschnitten, gehobelt, geschliffen, abgelängt, die Dübellocher gebohrt und rückwärts kommt der fertige Sessel raus! Für solche Investitionen gibt es günstige Kredite und natürlich auch staatliche Zuschüsse und durch die Ersparnis an Lohnkosten hat sich die Sache auch bald amortisiert! Nochmals na Super!
Vielleicht könnte man sich
aber auch Ideen aus der Vergangenheit holen? In früheren Zeiten versuchte man der Arbeitslosigkeit mit Großbauprojekten
Herr zu werden. Autobahnen, Tunnel, Staudämme, Gebirgsstrassen, usw. Obwohl auch heute
wieder genügend freie Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, wäre dies trotzdem
schwer nachzuvollziehen. Für solche Aufgaben gäbe es nicht genügend
körperlich geeignete
Arbeitskräfte. Zumindest nicht unter den Inländern. Der Spruch
unserer Großeltern „Handwerk hat goldenen Boden" ist ja schon
seit Jahren überholt und wurde abgelöst von „Mein Kind muss mal was Besseres
werden" und dazu war Muskelkraft nicht mehr nötig.
Als Grund für die schwere Vermittlung von Arbeitslosen führt man gerne deren
zu geringe Qualifikation an, was immer man darunter verstehen mag. In den Wartelisten der Arbeitsämter
findet man heute jedoch auch viele Menschen mit höherer Schulbildung und auch Akademiker.
Anscheinend sind sie auch nicht genügend qualifiziert? Für Arbeiten an oben erwähnten
Bauprojekten wären sie es jedenfalls nicht! Oder kannst Du Dir beispielsweise einen „Herrn Dr.Dr.
Sowieso", ehemals
Direktor in einer Pleite gegangenen Großfirma, mit Krampen, Schaufel und
Schiebekarre vorstellen? Auf einen vereinfachten gemeinsamen Nenner gebracht
haben wir also heute in jedem Bereich zu wenig qualifizierte Leute, ist doch
komisch, nicht? Hoffentlich finden unsere Politiker doch noch den Stein der
Weisen? Ist aber auch wieder sehr fraglich, denn wie viele qualifizierte
Politiker gibt es denn?
Was hätten wir denn da noch an Möglichkeiten? Eine weitere Denkanleihe aus der Vergangenheit wäre das militärische aufrüsten. (Wird außerhalb Europas aber auch noch heute praktiziert.) Da hätte man schlagartig Tausende Arbeitslose in der Rüstungsindustrie untergebracht und weil man logischerweise für Waffen auch Leute benötigt die damit umgehen können, müsste man natürlich auch die Soldateska aufstocken. Wieder viele Tausend Arbeitslose weniger. Das Hauptproblem wäre also gelöst! Nun fehlt nur noch ein Gegner, dem man den Krieg erklären kann, aber den zu finden kann doch nicht so schwer sein, oder? Wer hat beispielsweise Etwas was wir nicht haben oder zumindest zu wenig davon? Einen plausiblen Vorwand für das militärische Eingreifen wird man bestimmt auch noch finden.