Hornissen gehören zu den gefährdeten Tieren!
Wir sollten ihnen helfen zu überleben und sie einfach nur in Ruhe lassen!!
Ruhe (ca. 4-5 Monate) und einen Platz für ihr Nest, mehr wollen sie gar nicht.  
 
 Ich mag eigentlich alle Tiere, auch wenn ich nicht unbedingt jedes Insekt in den Wohnräumen haben muss! Aber ich bringe sie nicht um, sondern bugsiere sie mit meinem "Snappy" ins Freie und habe es darin schon fast zur Perfektion gebracht. Mücken, Fliegen, Ohrenschliefer, Spinnen, Nachtfalter, verschiedene Käfer, usw. Vor einigen Wochen saß auf der Wand neben meinen Schreibtisch eine Hornisse. Ich fing sie und bevor ich sie in die Freiheit entließ, machte ich noch einige leider nicht sehr gut gelungene Fotos.

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 Mir gefallen diese schönen Tiere und hatte mich schon früher im Freien einige Male mit ihnen, natürlich immer nur mit einer, richtig gespielt. Von einer Hand auf die andere krabbeln lassen, usw. Nur als eine dann unbedingt in meinen Hemdausschnitt wollte, knöpfte ich Dödel nicht einfach das Hemd auf, sondern versuchte sie vorsichtig da wieder raus zu holen. Das wertete sie als Angriff und stach mich. Ist doch logisch, oder? Aber der Stich ist nicht ärger, als ein Wespen- oder Bienenstich und die Hornisse ist von diesen drei Stachelträgern sicherlich die friedfertigste! Aber sie hat leider ein Handycup und das ist ihre Größe. Da muss sie doch einfach gefährlicher sein als eine "normale" Wespe! Dann gibt es auch noch "überlieferte" Horrorgeschichten, die manche nachplappern, ohne jemals selber etwas ähnliches erlebt oder gesehen zu haben!! 

Ungefähr zwei Wochen nach dem Hornissenbesuch bemerkte ich beim Balkonsäubern Teerartige Spritzer auf dem Boden. Komisch, wo kommen die denn her? Ein Blick nach oben und es war ein Schock! Im Giebel sah ich eine Ansammlung von Hornissen und ein ständiges "Kommen und Gehen". Die Königin (?) hatte anscheinend meine freundliche Reaktion auf ihren Besuch in meinem Büro, als Einverständnis für einen Nestbau gewertet!?  Mich hätte es nicht sonderlich gestört, aber meine jüngere Tochter, Schwiegersohn und Enkeltochter (1 Jahr alt) hatten sich zu einem baldigen Besuch angemeldet und Mütter von Kleinkindern sind natürlich etwas übervorsichtig. Ich war wirklich ratlos, was sollte ich tun? Ich dachte auch, dass es erst der Beginn eines Nestbaues sei. Es war dort oben in ungefähr 3-4 Meter Höhe schattig und ich konnte es nicht genau erkennen. Jedenfalls wollte ich den (weiteren) Nestbau verhindern! Mit einem dünnen Wasserstrahl (Spritzpistole), einer langen Stange und einem Teleskopbesen versuchte ich es. Nach jeder dieser Aktion verschwand ich zu Sicherheit im Zimmer und wartete, bis sie sich wieder etwas beruhigt hatten! Erst nach der Verwendung des Besens konnte ich erkennen, wie weit der Nestbau schon fortgeschritten war und nun taten mir die Tiere furchtbar leid!! Als sie am nächsten Tag bei den verbliebenen Resten des Nestes herumkrabbelten, hoffte ich dass es bleiben lassen und sich einen neuen Platz suchen! Aber am kommenden Tag das gleiche Bild und das hatte mir richtig wehgetan! "Softy"! Ja ich weiß und jetzt hoffte ich sogar, dass sie weitermachen würden und dass ihre bisherige Arbeit nicht umsonst gewesen war! Meine Kinder könnte ich ja auch wo anders treffen!!

29.Juli 2012

       

Und tatsächlich begannen diese interessanten Tiere wieder von vorne und ich war echt happy!! Jetzt kam nach längerer Zeit wieder meine Spiegelreflexkamera mit dem Teleobjektiv zum Einsatz und ich begann den Baufortschritt zu fotografieren! Durch das hin- und hergehen auf dem Balkon und auch durch das Blitzlicht ließen sich meine neuen Untermieter nicht stören. Auch dass ich den Mist, den sie durch die ständige Nesterweiterung machen wegkehre und auch aufwasche, dürften sie eher dankbar zur Kenntnis nehmen ;-). Immerhin befindet sich dabei mein Kopf nur etwas weniger als 2m Meter unter ihrem Nest. Mich jedenfalls faszinieren diese Tiere immer mehr und ihr Nest ist ein echtes Wunderwerk an Technik und Schönheit! Ich versuche mir vorzustellen, wie so ein Bau ablaufen würde, wenn ihn Menschen errichten würden. Architekt, technischer Zeichner, Statiker, Baumeister, Polier (Vorarbeiter), Hunderte Maurer, Hilfsarbeiter, usw. Wer gibt die Anweisungen, wer kontrolliert alles? Alleine schon die Genauigkeit der einzelnen Waben ohne jedes Hilfsmittel ist für mich unverständlich!! Bis jetzt haben mir Hornissen nur gefallen, jetzt bewundere ich sie und das was man so als Gene bezeichnet! Nur wäre ich ehrlich gesagt nicht sehr traurig, wenn sie die Erweiterung des Kruges langsam beenden würden. Aber es ist inzwischen erst Mitte September und angeblich bauen sie bis Ende Oktober oder Anfang November!

 

Nachdem ich die tote Königin gefunden hatte merkte ich zwei Tage lang keine Veränderung, aber dann lagen immer mehr Larven auf dem Boden. Das Einflugloch wurde auch immer kleiner, aber hin und wieder sah ich trotzdem noch Waben mit Larven. Andererseits werden welche aus dem Nest gezerrt und einfach fallen gelassen. Es sind inzwischen schon ca.15 Stück täglich und es ist wirklich arg!! 25.Oktober; auch das Wetter war die letzte Zeit, bis auf Morgen- und Abendnebel in den letzten zwei oder drei Tagen, wunderschön und es war auch nicht kalt! Ich hab im Netz etwas über die "Vernichtung der Herbstbrut" gefunden, aber ob es in diesem Ausmaß und bei diesen relativ guten Bedingungen normal ist? Am Wetter oder an Nahrungsmangel liegt es meiner Meinung nach nicht! Eine Brutkrankheit würde ich wegen der sichtbar gleichbleibenden Anzahl der Tiere und der Flugfrequenz eher ausschließen, aber ich bin kein Fachmann. Vielleicht war wirklich der Tod der Königin und das folgende Fehlen der Geschlechtstiere der Grund für dieses "Massensterben".

Eigenartig fand ich auch, dass mein Efeu sofort nach Beginn der Blüte, Anfang bis Mitte Oktober, wie jedes Jahr von Bienen, Wespen, Schwebefliegen, Käfern, usw. bevölkert war; er war daher auch immer bevorzugtes Jagdrevier von einzelnen (!) Hornissen; heuer aber sah ich dort keine einzige Hornisse obwohl sie ein paar Meter höher ihr Nest hatten! Nach zwei oder drei Tagen waren auch die üblichen Besucher verschwunden, so als hätte es sich herumgesprochen, dass mein Efeu heuer kein geeigneter Platz für das Pollensammeln sei! 

ICH MAG MEISEN, BIS AUF EINE !!!!!!!

Ich hatte gedacht, dass die Kälte und die teilweise Zerstörung durch die Meise das Ende "meines" Hornissennestes bedeuten würden. Ich hatte zum Teil auch schon mit dem Reinemachen begonnen und auch meine Spiegelreflex (Olympus E-300) mit dem Teleobjektiv wollte ich wieder "einmotten". Aber es kam anders und das inzwischen zur Ruine gewordene Nest lebt immer noch! Ich konnte auch jede Menge Fotos machen, die für mich als Laie bestimmt etwas ganz Besonderes sind! Meine Alltagskamera, eine Panasonic DMC-TZ22 Lumix hat sich wieder einmal bewährt! Auch wenn mein Adrenalinspiegel wahrscheinlich ein wenig angestiegen ist, bin ich mit dem Objektiv bis zu 4cm ran gegangen. Ohne Weitwinkel wäre dies aber auch nicht möglich gewesen! Brave Kamera!
Die wahrscheinlich seltenen Fotos vom Kampf der beiden Drohnen (siehe unten) freuten
mich natürlich, aber dieses Datum war gleichzeitig der Beginn der Nestzerstörung durch
die Meise und das freute mich weniger! 

ES WAR DIE MEISE!! ????????????????????????????

12. November 2012.
Das war´s also, sie werden mir fehlen. Sie fehlen mir jetzt schon! "Meine" Hornissen!
Aber das Nest, zumindest den Rest davon gibt es noch. Bitte das Foto unten anklicken!
 
Rückblickend

Für alle Fälle mein noch verbliebenes Uralt-Gästebuch oder E-Mail oder Sindbad137